Die Salweide gehört zur Familie der Weidengewächse und ist eine schnellwüchsige Pflanze ohne großen Ansprüche. Sie kann deshalb so gut wie überall gedeihen und kommt in fast ganz Europa und Teilen Mittelasiens vor. Ihre frühe Blütezeit macht sie zu einer der wichtigsten ersten Futterpflanzen für Insekten, zudem ist die Salweide auch ein beliebter Frühlingsschmuck im Haus.
Die Salweide – Baum oder Strauch
Die Salweide kann eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen und entwickelt dabei ihr Charaktermerkmal – eine breite Baumkrone. Viel häufiger ist sie allerdings als stattlicher vielstämmiger Strauch von ca. 3-5 Metern Höhe zu finden. Die Rinde der jungen Stämme ist gräulich gefärbt und mit rautenförmigen Korkwarzen belegt, bei älteren Stämmen bilden sich rautenförmige, langrissige Aufsprünge der Borke aus. Das Durchschnittsalter dieser Weidenart liegt bei etwa sechzig Jahren.
Die Knospen und Blätter der Salweide
Die Knospen der Salweide sind gelb bis rotbraun, oval, laufen spitz zu und sind spiralig angeordnet. Bedeckt wird die Knospe von einer einzigen geschlossenen Knospenschuppe. Die Blattknospen selbst sind anfangs behaart, werfen die Härchen jedoch später ab.
Nach der Blütezeit entfalten sich dann die Blätter, die etwa doppelt so lang wie breit werden und dabei eine Länge zwischen 5 und 7 cm und eine Breite zwischen 2,5 und 4 cm erreichen.
Die elliptischen Blätter sind ungleichmäßig gekerbt und enden in einer kurzen stumpfen Blattspitze. Die Blattoberseite ist dunkelgrün gefärbt, die Unterseite blau- bis graugrün und ist dicht behaart. Ihre Nebenblätter sind klein und nierenförmig.
Weidenkätzchen
Zwischen März und April entwickeln sich die sogenannten Weidenkätzchen. Wie fast alle Weidenarten ist auch die Salweide diözisch, das heißt, dass sich an einem Baum entweder weibliche oder männliche Blüten bilden. Die Kätzchen sind anfangs dicht pelzig, wobei die männliche Pflanze etwas länger wird als die weibliche. Jede Einzelblüte verfügt über zwei Staubblätter mit Staubfäden und gelben Staubbeuteln. Am Blütengrund findet man zwei Nektardrüsen.
Jede Blüte besitzt einen Fruchtknoten, bestehend aus zwei Fruchtblättern und einem Fruchtfach. Ab Mai reifen die Kapselfrüchte, die zweispaltig sind und eine Länge von bis zu 9mm erreichen.
Die Salweide und ihre Bedeutung für den Menschen
Aufgrund des sehr hohen Pollenwertes, welches mit der höchsten Stufe von 4 bewertet wird, kann die Salweide bei Allergikern heftige Reaktionen auslösen.
Sie ist eine beliebte Bienentrachtpflanze und findet bei Imkern immer öfters Anwendung bei der Bienenzucht. Aufgrund der Kätzchen werden dafür fast ausschließlich nur männliche Exemplare verwendet.
Im Brauchtum sind blühende Kätzchen auch heute noch Bestandteil der Palmbuschen. Je nach Tradition werden zum Beispiel an einem langen Stecken jeweils drei Zweige einer Art mit bunten Bändern befestigt und am Palmsonntag zur Kirche getragen und dort geweiht.




